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Ausstellungen und Vernissagen

Die Räumlichkeiten unserer Schule bieten sich geradezu an, in regelmäßigen Abständen Künstlerinnen und Künstler  mit ihren Werken zu präsentieren. 

Hier finden Sie einen kleinen Ausschnitt aus aktuellen und historischen Ausstellungen.

Oktober 2017 - Derek Pigrum

Kunstraum Dr. Roland präsentiert ab Oktober  2017:

Derek Pigrum

Derek Pigrum has lived and worked in Vienna since the early 1980’s and taught art at the Vienna International School. In 2002 he was awarded a doctorate from the University of Bath and in 2009 published a book entitled ‘Teaching Creativity: Multi-mode Transitional Practices. He has published numerous papers in journals and articles on creativity (for publications and art works see derekpigrum.com). At the present he is the Vienna based Senior Researcher at the International Semiotics Institute, Kaunas University of Technology and the Arts, Lithuania. His research is concerned with expert practices and how they can be adapted to enhance creativity particularly in the context of secondary and tertiary education. In 2014 at Simon Fraser University in Canada his theory of transitional practices was implemented with post graduate upper students with gret success (see Filimowicz and Tzankova 2014).

The city of Vienna, its people and immensely rich cultural heritage, are central to both the artist and researcher Derek Pigrum. A small selection of the hundreds of drawings he has done on trams, trains and in cafes, of the Viennese as well as the drawings done in the Art History Museum of Vienna (KHM) after Ruben’s, Caravaggio, Titian and Veronese and others can be seen in this exhibition. The paintings in the exhibition on the theme of Artemis take their inspiration from the five years of drawing he did in Vienna’s Ephesos Museum. 

Vernissage: 05. Oktober 2017, 18 Uhr
Ausstellung
: Oktober 2017 bis Jänner 2018

 

Elisabeth T. Spira über Dr. Derek Pigrum

Der folgende Text wurde von Frau Spira anlässlich einer früheren Ausstellung verfasst:

Dr. Derek Pigrum wünschte sich, dass ich heute über seine Zeichnungen spreche - ich habe sie mir angeschaut - vor einiger Zeit und sagte spontan zu. In seinen Portraits entdeckte ich viele alte Bekannte - Gesichter: grantig, vom Leben gezeichnet, voller Falten, manche mit schlechten Zähnen, schlecht gelaunt, depressiv, den Mundwinkel herunterhängend. Aber auch liebenswürdig, mit leisem Witz, sich und die Welt nicht ernst nehmend. Vielleicht trinkt der eine oder andere ein bisschen zu viel und singt: verkauft's mei Gwand, i fahr in Himmel.

Pigrums Wienerinnen und Wiener sind nicht jung, nicht schön, nicht sportlich, nicht reich, nicht gestylt - keiner der von ihm Gezeichneten würde bei einem Casting für Werbung ausgesucht werden. Keiner passt in die Seitenblicke-Gesellschaft.

Pigrums Figuren trifft man täglich: sie granteln und sagen mürrisch - ausgerechnet da muss er sich herstellen, ausgerechnet in mein Haus muss eine ausländische Familie einziehen - auch wenn diese Familie bereits seit längerer Zeit die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. Ausgerechnet in meiner Gasse sperrt der Greisler zu, ausgerechnet jetzt fahrt die Straßenbahn net. Der Gschropp vom Nachbarn ist zu laut und zu frech. Der Gatte ist wieder betrunken und redet einen Blödsinn; es ist alles teurer geworden; die Taschelzieher sind wieder unterwegs - lauter Rumänen sagt der Innenminister und die Kronenzeitung. Heute ist wieder ein furchtbares Wetter, i spür den Rheumatismus - heut ist es zu heiss, i kriag ka Luft. Überhaupt steht die Welt eh nimmer lang. Nur weil ich ein bisschen Zucker habe, verzichte ich nicht auf die Cremeschnitte, das Schwartl vom Schweinsbraten ist das Beste und auf's Rauchen kann i auch net verzichten.

All das, was ich beschrieben habe, lese ich in den Gesichtern des Zeichners Pigrum und alle diese Menschen mit ihren kleinen Schwäche könnten auch in meinen Alltagsgeschichten auftreten. Und es kann schon vorkommen, dass der eine oder andere Bezirksvorsteher - sei es in Floridsdorf, in Kaisermühlen oder bei uns im 3. Bezirk sich erregt und behauptet - in meinem Bezirk gibts des net...

Vielleicht haben die Kritiker recht. Vielleicht ist das alles nicht wahr. Vielleicht ist das nur der britische ironische Blick - von uns beiden - denn eigentlich sind wir ja Landsleute - beide sind wir in Großbritannien geboren.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Betrachtung der Zeichnungen.