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Reform des Urheberrechts

„Artikel 13“, „Uploadfilter“  „Leistungsschutzrecht“, ... diese und andere für uns neue Begriffe begegnen uns in den letzten Tagen zunehmend in den Medien und werden zudem auf den sozialen Netzwerken thematisiert, sogar eine Demonstration fand diesbezüglich statt.

Am Dienstag, den 26.03.2019, hat das Europaparlament über die Reform des Urheberrechts abgestimmt. Worum geht es bei der Reform und was wurde geändert, bzw. „verschärft“?

 

Klären wir zunächst den Begriff Urheberrecht:

Urheberrecht bedeutet  „geistiges Eigentum“ und gilt für jegliche Form von Kunst. Das bedeutet: Wenn ein Künstler Musik, Literatur, Bilder oder Filme erschafft, hat er das alleinige Recht auf seine Kunst. Sprich, er oder sie hat das alleinige Recht, das Werk zu veröffentlichen, verbreiten oder vervielfältigen. Wenn ein Kunstwerk erschaffen wurde, muss es nicht explizit als „das tatsächlich eigene Kunstwerk“ angemeldet werden. Das Urheberrecht besteht automatisch mit der Erschaffung des Werkes.

 

Was ist ein Leistungsschutzrecht?

Ein Leistungsschutzrecht genießen jene Personen, die am Erschaffen eines Kunstwerkes Leistung erbracht haben. Sprich, nicht der Sänger alleine hat Rechte, sein Werk zu verbreiten, veröffentlichen etc., sondern auch der Texter und der Komponist.

 

Was wurde nun vom EU-Parlament am Dienstag abgestimmt?

Uploadfilter, der sogenannte Artikel 13 (neuerlich Artikel 17):

Dieser Artikel wird in Zukunft, (die EU-Länder haben zwei Jahre Zeit, diese Reform umzusetzen) jedes hochgeladene Bild, Video, Foto etc. darauf prüfen, ob ein Urheberrecht verletzt wird. Wenn das der Fall ist, wird der Upload unterbrochen. In einfachen Worten: Wenn ihr ein Video von euch hochladet und im Hintergrund ein Lied spielt und dieses Urheberrechtlich geschützt ist, wird dieses Video nicht hochgeladen, außer ihr erwerbt eine Lizenz. Dieses Vorgehen kennt ihr vielleicht schon von Youtube. Weiters wird das Verbreiten von Memes, welche in fast allen Fällen auf ein Original verweisen, gegen das Urheberrecht verstoßen.

 

Leistungsschutzrecht, Artikel 11 (neuerlich Artikel 15):

Mit dieser Regelung dürfen künftig Google News und ähnliche News-Plattformen keine ganzen Artikel eines anderen Mediums zur Verfügung stellen, sondern nur einen ganz kurzen Abschnitt. Wenn sie jedoch den ganzen Artikel, wie es derzeit der Fall ist, veröffentlichen wollen, müssten sie eine Lizenz erwerben.

 

Ob diese Reform zu einer Zensur führt, wird sich erst zeigen.

Was denkt ihr darüber?

 

 

www.justiz.gv.at/web2013/home/buergerservice/die-justiz-von-a-bis-z/u/urheberrecht-~2c94848b4b92ce25014c314273ab1aca.de.html

derstandard.at/2000100235742/EU-Parlament-stimmt-fuer-Urheberrecht-mit-Uploadfilter-und-Leistungsschutzrecht

diepresse.com/home/ausland/eu/5601666/EUParlament-billigt-Reform-des-Urheberrechts_Die-sechs