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Peer Mediation - Schüler helfen Schülern

Aus einer belanglosen Kleinigkeit entsteht eine Diskussion, daraus ein handfester Streit und schlussendlich ein tiefgreifender Konflikt. Ob als Zuschauer oder Beteiligter, viele haben so etwas selbst schon einmal erlebt. Im schlimmsten Fall entsteht aus solch einer unnötigen Meinungsverschiedenheit sogar Mobbing. Dieses Phänomen betrifft leider immer mehr Jugendliche. Laut Studien ist fast jeder fünfte Schüler während seiner Schulzeit mit Mobbing konfrontiert. Selbstverständlich ist das erklärte Ziel aller Schulen, diese Übergriffe im Keim zu ersticken, um Mobbing bereits vor der Entstehung entgegenzuwirken.

Aus diesem Grund erfreut sich der Ansatz der Peer Mediation an Schulen immer größerer Beliebtheit. Dabei handelt es sich um eine innovative Art der Konfliktregelung und Gewaltprävention, die langfristigen Erfolg verspricht. Das Prinzip dahinter: Schüler helfen Schülern. Jugendliche kommen mit ihrer Peers (Peer kommt aus dem Englischen und bedeutet Gleichaltriger), also anderen Schülern, schneller und unbefangener ins Gespräch, da sie sich auf der gleichen Ebene befinden. Einem Lehrer würden sie bestimmte Probleme und Konflikte nicht so leicht erzählen.

Unter dem Motto „wie streitet man richtig?“ können sich Schüler zu Peer Mediatoren ausbilden lassen. Sobald ein Konflikt zwischen zwei Parteien entsteht, schalten sie sich als „Streitschlichter“ ein. Ihre Aufgabe ist es den Streitparteien beim Kommunizieren zur Seite zu stehen, sich mit ihnen zusammenzusetzen und dabei zu helfen ein klärendes Gespräch miteinander zu führen. Damit aber ein zivilisiertes Gespräch zu Stande kommt, gilt es einiges zu beachten. In ihrer Ausbildung lernen die Mediatoren vorauf es ankommt und wie sie die richtigen Rahmenbedingungen für ein konstruktives Konfliktlösen schaffen.

Aber Achtung: Mediatoren dürfen unter keinen Umständen Partei ergreifen! Der Erfolg einer Peer Mediation ist also nicht ausschließlich vom Mediator abhängig. Die Bereitschaft und der Wille zur Klärung von beiden Streitparteien ist ebenfalls notwendig, um einen Konflikt beizulegen. Der Peer Mediator dient dabei nur als Vermittler. Seine Aufgabe ist es nicht den Konflikt zu lösen, sondern den Streitparteien dabei zu helfen, selbst einen Lösungsweg zu finden. 

Mediatoren können von ihrer Ausbildung langfristig profitieren, denn die so gelernten Social Skills begleiten sie ein Leben lang.

Quellen:

Kleine Zeitung: Kampf gegen Mobbing: Schüler helfen Schülern

- BMBWF: Peer-Mediation an österreichischen Schulen