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Kein Bock auf Schule

Wer kennt sie nicht, die Tage an denen man am Morgen aufwacht und jegliche Motivation aufzustehen, sich fertig zu machen und in die Schule zu gehen, fehlt. In den meisten Fällen ist diese Kein-Bock-Auf-Schule-Phase jedoch früher oder später wieder vorbei und der verlorene Antrieb kehrt langsam aber sicher wieder zurück. Wie die neueste Untersuchung des Instituts für höhere Studien (IHS) jedoch zeigt, gibt es deutlich mehr Schüler*innen in Österreich, die ihre Motivation für die Schule nicht mehr finden können und die Ausbildung frühzeitig abbrechen, als bisher angenommen. 

Auf EU-Ebene wurde beschlossen, dass die Quote der frühen Bildungsabbrecher*innen – gemeint sind die 18-24-jährigen - in den einzelnen Ländern, die zehn Prozentmarke nicht überschreiten sollte. Wenn man den offiziellen Zahlen der Europäischen Union Glauben schenkt, liegt Österreichs Schulabbrecher*innen-Quote derzeit bei 7,4 Prozent, nach den Ergebnissen der Studie des IHS liegt dieser Wert jedoch bei knapp 13 Prozent und ist somit fast doppelt so hoch wie angenommen.

Dabei sind beide Werte richtig, denn der Grund für die Kluft zwischen den beiden Zahlen ist die Größe der Untersuchungsgruppe: So wird bei der EU-Erhebung lediglich 1 Prozent der Österreichischen Bevölkerung untersucht, während dem IHS Zugriff auf Verwaltungsdaten gewährt wird, wodurch auf eine weitaus größere Stichprobe zugegriffen werden kann. Auch die Quoten innerhalb Österreichs unterscheiden sich stark. Liegen die Werte in ländlichen Regionen wie Lienz in Osttirol oder dem niederösterreichischen Rohrbach bei lediglich 5%, steigt der Prozentanteil der frühen Bildungsabbrecher*innen in bestimmten Bezirken Wiens bis auf bis zu 20% an.  

Die Motive für einen Ausbildungsabbruch können sowohl privater, als auch gesellschaftlicher Natur sein. Die Studie zeigt, dass zugewanderte Personen ihre Ausbildung häufiger frühzeitig beenden und dass dieser Effekt verstärkt wird, wenn beispielsweise in Klassen mit Schüler*innen mit überwiegendem Migrationshintergrund und Klassen mit Schüler*innen vorwiegend ohne Migrationshintergrund separiert wird. In städtischen Regionen verringert sich dieses Phänomen, hier sind Schüler*innen mit Migrationshintergrund weniger von frühzeitigem Schulabbruch betroffen. Ein weiterer Faktor für vorzeitigen Schulabgang ist die Lern- bzw. Förderungssituation der Schüler*innen und den damit zusammenhängenden Bildungserfolg. Ein Teil der Schüler*innen kann auf mitlernende Eltern oder zugekaufte Nachhilfe zurückgreifen, was den Bildungserfolg potentiell steigert, während dem anderen Teil der Jugendlichen diese Möglichkeit verwehrt bleibt.

Was sind eure Gedanken zu diesem Thema? Wir freuen uns auf eure Meinung!

 

QUELLEN:

https://derstandard.at/2000105524271/Wesentlich-mehr-Bildungsabbrecher-als-in-offiziellen-Zahlen

https://oesterreich.orf.at/stories/3002137/